Entgrünung am Gleisdreieck

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet wird der Park auf dem Gleisdreieck gebaut. Das Gelände war über Jahrzehnte fast vergessen zu einem kleinen grünen Biotop mitten in der Stadt geworden. Nach langen Auseinandersetzungen um die zukünftige Nutzung und Gestaltung des Geländes stand am Ende die Entscheidung “Park”.

Ein Park wird nun gebaut und damit vorgeführt wo der Unterschied zwischen Natur und Park zu finden ist.

Es wird gestaltet. Die Gestaltung besteht aktuell in der Beseitigung von Bäumen.

In hilfloser Wut dokumentieren Anwohner des Geländes den Zerstörungsprozess

oder berichten über die letztlich erfolglosen Bemühungen den Niedergang durch Stadtplanung zu verhindern.

Der Glöckner zeigt an drei Beispielen wie im Verlauf von nur zehn Jahren das Stadtbild in der Umgebung optimiert wurde: 3 x 0 – die große Vorher/Nachher-Show (oder: Rekapitulieren kommt vor dem Kapitulieren) 

Nach den Plänen, immerhin Sieger eines aufwendigen Wettbewerbs, wird dann eine große Wiese mit ordentlich verteilten Ziersträuchern angelegt. Friedhofsgärtnerei.

Ein unverständlicher Ehrgeiz so riesige Liegeflächen für das Volk bereit zu stellen. Wir haben doch gleich nebenan einen seiner Funktion beraubten Flughafen Tempelhof.

Prima Liegeflächen. Platz für Ziersträucher nach Norm und auch genug Bauland für Abschreibungsruinen.

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2 Antworten auf Entgrünung am Gleisdreieck

  1. Der Gedanke, den gestylten Senatspark besser am Flughafen Tempelhof anzulegen, erscheint sinnvoll. Für den Senat ist er aber wahrscheinlich deshalb nicht annehmbar, weil das Gleisdreieck näher an Potsdamer Platz und Regierungsviertel liegt und deshalb zuerst “aufgewertet” werden muß. Ich glaube, das Gleisdreieck soll eine Verlängerung des Potsdamer Platzes in Parkform werden. Da sollen besserverdienende Büroangestellte und Anwohner in der Mittagspause auf gepflegten Wegen promenieren und über Börsenkurse diskutieren können. Ein Golfplatz war ja schon länger da.

  2. rl sagt:

    so viel Absicht vermute ich nicht. Aufwerten könnte man das Gelände auch als “Bio-Park” unter Einbeziehung der Vegetation und Industriedenkmäler. Aber jetzt kommt nur ein langweiliger Park nach DIN

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